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2010

Gustl und Eva Wessels

 

Artikel im Lokalteil der Westfälischen Nachrichten vom 05.07.2010

Kaiser Alfred Hüser regiert

Von Marita Strothe

 
 
 

Havixbeck - Um 13.50 Uhr kapitulierte Samstag auch der zweite Vogel und die St.-Dionysius-Bruderschaft konnte mit Alfred Hüser ihren neuen Kaiser bejubeln. Bereits gegen 12.30 Uhr war der Königsvogel auf der Vogelwiese am Stopfer zu Boden gegangen, als ihn Gustl Wessels mit dem 322. Schuss bezwang. Das neue Kaiserpaar Alfred Hüser und Cilly Lütke Enking und das neue Königspaar Gustl und Eva Wessels wurden gefeiert. Die Amtszeit von Kaiser Franz-Josef Egelkamp und König Alfons Wilmsen war damit beendet.

Bei strahlendem Sonnenschein war die Bruderschaft vor dem Torbogen zum Schützenfest angetreten. Die Vogelträger Thilo Saalfeld und Johannes Thiel präsentierten die beiden von Adolf Bosfeld für das Königs- und Kaiserschießen prächtig gefertigten Holzvogel. Während Kaiser Franz-Josef Egelkamp, König Alfons Wilmsen, Silberkönig Hubert Schulze Havixbeck, Altkönig Henrik Jeiler, die festlich gekleidete Obrigkeit und Pfarrer Siegfried Thesing im Schatten warteten, mussten sich die Schützenbrüder den strengen Augen von Hauptmann Bernd Leusmann stellen.

Dieser lobte, dass trotz der hochsommerlichen Temperatur 87 Schützenbrüder angetreten waren und fand beim Kontrollieren der Kleiderordnung keine zu ahndenden Verstöße. Vortreten musste aber Matthias Arning. „Sie wissen, warum sie hier sind?“, fragte Leusmann und erinnerte den Schützen an das viermalige Versäumen des Kollektendienstes in der Kirche. Liegestütze waren da nur eine gerechte Strafe. Der Hauptmann drückte dem Schützenbruder zwei Eimer mit Wasser in die Hände: „Falls das Pferd des Oberst Durst hat.“

Hoch zu Ross blickte Oberst Marc Henrichmann wohlwollend auf das bereitstehende Blasorchester, den Spielmannszug und die Mitglieder der Bruderschaft. „Bei der Hitze laufen auch unsere Uniformen regelmäßig ein“, zeigte er Verständnis und meldete den Majestäten, dass das Bataillon angetreten sei.

Kutscher Heiner Weiligmann ließ Könige und Kaiser in seinem festlich dekorierten Wagen Platz nehmen. Mit den Kapellen, den berittenen Offizieren Marc Henrichmann und Major Rainer Eickhoff, den Adjutanten Sven Berning, Thorsten Lefert, Holger Geßmann und Frank Kuhlage an der Spitze, marschierte die Bruderschaft zum Abholen von Fahne und Kranz zur Kirche und weiter zum Ehrenmal. Nach der Kranzniederlegung nahm sich König Alfons Wilmsen Zeit zur Besinnung. „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen“, so Wilmsen. Er betonte, dass nach einer Zeit der Trauer immer eine Erinnerung bleibe.

Weiter ging es zur Festwiese, wo schnell das Königsschießen begann. Nach dem Königsschuss von Gustl Wessels traten rund 25 ehemalige Könige zum Kaiserschießen an, dass schließlich Alfred Hüser 28 Jahre nach dem Erlangen seiner Königswürde für sich entscheiden konnte.

Zügig ging am Nachmittag die Proklamation des Kaiserpaars Alfred Hüser und Cilly Lütke Enking und des Königspaars Gustl und Eva Wessels vor dem Torbogen über die Bühne. Pünktlich vor dem Anstoß des Fußball-WM-Viertelfinales Deutschland - Argentinien absolvierten die Fahnenschläger ihre Darbietung, in vorderster Reihe mit der Deutschlandfahne, zu Ehren der neuen Regenten.

Als dann auch noch deutsche Nationalmannschaft in Südafrika bravourös gesiegt hatte, wurde am Abend der Ball im Zelt am Habichtspark zu einem rauschenden Fest, bei dem die Band „Black Orange“ für noch mehr Stimmung sorgte.

Am Sonntag ging das Schützenfest der Bruderschaft mit dem Hochamt in der St.-Dionysius-Pfarrkirche und einem Frühschoppen für die ganze Familie zu Ende.